Wahr aber ist, dass eine Schlucht direkt an den Hang des Schlangengrabens angrenzt und dass man hier und da eine kleine Eidechse über die Weinbergsmauern huschen sieht.
Denn Reptilien und Reben haben eines gemeinsam: Sie lieben eine feuchte und warme Umgebung.
Die gibt es in der Tat im 9 Hektar großen, arrondierten Weinberg im Wiltinger Schlangengraben. Angelegt wurde der Weinberg Anfang der 1920er Jahre, ein Teil der Reben stammt noch aus dieser Zeit. Unzählige Wasseradern durchziehen den Berg, sie treten sogar am Fuß als kleine Quellen hervor. Die Reben leiden selbst in trockensten Jahren nie unter Wassermangel.
Der Berg ist gänzlich nach Süden ausgerichtet. Wenn die Sonne im Zenit steht, fluchten die Schatten der Rebpfähle in einer Linie. Im Sommer herrschen tagsüber optimale Temperaturen. Dann tanken die Reben die Sonne, die sie brauchen, um aromatische, reife Trauben hervorzubringen. Der Boden besteht, wie fast überall an der Saar, aus Devonschiefer.

Der Schiefer im Wiltinger Schlangengraben leuchtet allerdings etwas rostig-rötlich; das liegt an dem reichen Eisenanteil.
Auf solch nährstoffreichem Boden gedeihen Weine mit der charakteristischen würzig-kräuterischen Aromatik von Waldmeister, Minze, Stachelbeere, Grapefruit und Zitronengras. An der Saar wachsen typischerweise säurebetonte, elegante, spritzige, leichte Weine. So ist die Lage prädestiniert für den Ausbau eines erfrischend leichten, feinherben Kabinetts — er wird schlicht als „Wiltinger Kabinett“ deklariert.

> Leiwener Laurentiuslay
> Piesporter Goldtröpfchen
> Mehringer Blattenberg
> Ockfener Bockstein
> Schodener Saarfeilser Marienberg
> Wiltinger Schlangengraben

